Logo Stiftung Asienhaus

China-Programm der Stiftung Asienhaus

Die beiden Hauptsäulen des China-Programms bilden die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit und die Dialog- und Austauschprogramme  mit chinesischen und europäischen  NGOs. Ziel unserer China-Arbeit ist es, fundiertes Wissen nicht nur über China, sondern auch über Chinas veränderter Rolle im Weltgefüge sowie Europas Chinapolitik zu vermitteln. Unser Augenmerk liegt hierbei auf den Interessen von marginalisierten sozialen Gruppen und auf dem Schutz der Umwelt. Kurz: Wir beschäftigen uns mit Prozessen, die soziale, ökologische und menschrechtliche Standards fördern sollen. Dabei möchten wir den Austausch und die Zusammenarbeit mit chinesischen Organisationen zu fördern.

Das China-Programm versteht sich als Plattform des europäischen und chinesischen Austausches und möchte zu einer friedlichen und ökologisch-nachhaltigen Entwicklung in China und Europa beitragen.  

Menschengerecht, Sozialgerecht, Umweltgerecht

Schlagworte unserer Arbeit sind Menschenrechte, nachhaltige soziale und ökologische Entwicklung und Völkerverständigung. Die Ökonomien Europas und Chinas sind in vielfältiger Weise verbunden und damit auch die Verantwortung für soziale und ökologische Gerechtigkeit. In beiden Regionen verschärft sich der Gegensatz zwischen Arm und Reich und die Lebensgrundlagen der Menschen sind in vielfältiger Weise bedroht.

Die acht reichsten Menschen der Welt besitzen laut Oxfam genauso viel wie die ärmere Hälfte der Menschheit, also 3,6 Milliarden Menschen. Nicht nur soziale Ungleichheit wächst, sondern auch die Bedrohung durch ökologische Krisen und Kriege.

Das China-Programm  ist dem Leitbild der Stiftung Asienhaus verbunden  und setzt sich für die Stärkung gesellschaftlicher und politischer Teilhabe, sowie für soziale Gerechtigkeit und den Schutz der Umwelt ein. Es fordert von Politik und Wirtschaft die Verwirklichung sozialer, ökologischer und menschenrechtlicher Standards in den deutsch/europäisch-chinesischen Beziehungen.

Wissen und handeln

China ist ein widersprüchliches Land und hat viele Gesichter. Chinas Entwicklung ruft Bewunderung aber auch Ängste hervor.

Wie die Beziehungen zu China gestaltet werden, wird mit über die Zukunft unserer Erde entscheiden. Diese Fragen sind zu wichtig, um sie allein der Politik und der Wirtschaft zu überlassen. Gefragt ist die Einmischung der Zivilgesellschaft.

Das China-Programm führt regelmäßig Vortragsveranstaltungen, Workshops und Diskussionen durch, zu denen Vertreter der europäischen und chinesischen Gesellschaft sowie politische Entscheidungsträger eingeladen werden.

Seit 2016 liegt ein zusätzlicher Fokus unserer Arbeit auf den sozialen und ökologischen Auswirkungen der Seidenstraßen-Strategie (BRI) und der Stärkung der lokalen Gemeinschaften in Asien.

Im Fokus unserer Arbeit stehen 

  • die politischen, soziale und ökologischen Entwicklungen in China
  • die kritische Begleitung der Beziehungen zwischen der EU beziehungsweise Deutschland mit China. 

In Zusammenarbeit mit Partnern aus Europa und China

  • erstellen wir Analysen und stoßen Diskussionen und Erfahrungsaustausch an,
  • betreiben wir Aufklärung durch Seminare, Publikationen, Filmveranstaltungen und Ausstellungen,
  • organisieren wir Austausch- und Vernetzungsreisen und unterstützen die Zusammenarbeit mit chinesischen Organisationen
  • organisieren Seminare, Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden zu unseren Schwerpunkten zu
  • fördern Einsichten durch fundierte Informationen zu zivilgesellschaftlichen Entwicklungen in China sowie durch politische Bildungsangebote (Studien, Ausstellungen, Filme) 
  • unterstützen wir Aktionen, um die Verwirklichung sozialer, ökologischer und menschenrechtlicher Standards durchzusetzen.

Darüber hinaus pflegt das China-Programm eine enge Zusammenarbeit mit anderen Netzwerken, die sich für die Stärkung des zivilgesellschaftlichen Dialogs mit China einsetzen.

Zu Ihrer regelmäßigen Information bietet das China-Programm den Newsletter „EU-China Newsletter“ an. 

Unsere Projekte

Seit 2014 gibt es das Projekt "China matters: Ein Informationsportal für die Zivilgesellschaft", von 2014-16 gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein Westfalen, seither vom bischöflichen Hilfswerk MISEREOR. Dieses Portal möchte eine differenzierte Auseinandersetzung mit China vor allem in den Themenbereichen BRI sowie Rohstoffe/Arbeitsrecht/Landwirtschaft/Handel/Zivilgesellschaft und EU-China-Beziehungen fördern.

Seit 2013 führt das China-Programms das NGO-Partnerschaftsprogramm „EU-China NGO Twinning Program“ durch, gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Dieses Programm bietet NGOs aus Europa und China die Möglichkeit, für 4-8 Wochen in der anderen Organisation zu hospitieren und sich im Bereich der eigenen Thematik fortzubilden. Ziel ist es, die Beziehungen zwischen europäischen und chinesischen NGOs aus den Bereichen Umwelt und Soziales zu stärken und zum Aufbau von weiteren Kooperationen zwischen NRO in beiden Regionen beizutragen.

Seit 2010 gibt es das Blog-Projekt „Stimmen aus China“(SAC), heute in Kooperation mit der Universität zu Köln. Dieses Projekt möchte kontroverse Diskussionen und die Meinungsvielfalt in China der deutschen Öffentlichkeit zugänglich machen. Chinesische Online-Essays und Blog-Beiträge werden von jungen China-Experten übersetzt und analytisch aufbereitet. SAC ist ein Gruppenblog junger Journalisten und chinesisch sprechender Hochschulabsolventen, die chinesische Online-Essays und Blog-Beiträge für die deutsche Öffentlichkeit übersetzen und analytisch aufbereiten.

Von 2008 bis 2010 war das China-Programm der Stiftung Asienhaus eine der Lead-Organisationen des von der EU geförderten Projektes "EU-China: zivilgesellschaftliche Partnerschaft für soziale und ökologische Gerechtigkeit". Kompakte Informationen zu unserem China-Programm finden sie in unserem dreisprachigen Flyer (link zu Deutsch English Chinese).

Von 2010 bis Ende 2013 war das China-Programm der Stiftung Asienhaus Konsortiumsmitglied in dem ebenfalls von der EU geförderten Projekt "EU-China Civil Society Dialogue for Public Participatory Policy", das von der Universität Nottingham geleitet wurde.

Begonnen hat die China-Arbeit in der Stiftung Asienhaus 2003 mit einer ehrenamtlichen AG, die zu den Themen soziale Sicherheit und aktuelle politische Entwicklungen in China arbeitete. Ein weiterer Arbeitskreis arbeitete zum Thema "Arbeitswelten" und entwickelte sich dann weiter zum Projekt „Forum Arbeitswelten“. 

Kommunale Partnerschaften mit China

Die Stiftung Asienhaus setzt sich seit 2012 intensiv mit kommunalen Partnerschaften  mit China auseinander. Unsere Dialog- und Austauschprojekte mit China haben erstens gezeigt, dass soziale und ökologische Fragen in den zahlreichen Partnerschaften  deutscher Kommunen mit China bislang kaum behandelt wurden und Nichtregierungsorganisationen (NRO) nur selten eingebunden werden. Dies zeigte besonders eine Studie, die sich mit der wachsenden Bedeutung von kommunalen Partnerschaften und der Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen und sozialen, ökologischen und menschenrechtlichen Themen in diesen Partnerschaften befasste.

Daher sollte eine differenzierte Auseinandersetzung mit China in deutschen zivilgesellschaftlichen Organisationen verstärkt werden sowie die Themen soziale und ökologische Gerechtigkeit in deutsch-chinesischen kommunalen Partnerschaften verstärkt einbezogen werden.