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Werden in China Millionen von Uiguren verfolgt und unterdrückt? (2019)

Uigurische Aktivisten berichten, dass die chinesische Regierung mit mentaler Einschüchterung und sogenannten "Umsiedlungsprogrammen" gegen die Bürger*innen in dem autonomen Gebiet Xinjiang vorgeht, unter anderem um für die "neue Seidenstraße" Platz zu machen.

Chinesische Einheiten in der Provinz Xinjiang/Quelle: deutschlandfunk.de

Die autonome Region Xinjiang spielt für die chinesische Regierung eine "Schlüsselrolle" in dem Projekt "neue Seidenstraße": Neben wichtigen Ressourcen wie Gold, Öl und Gas verspricht sie sich darüber hinaus auch eine Erweiterung bereits bestehender Verkehrs-und Versorgungsinfrastrukturen. Aber die chinesische Regierung hat auch ein politisches Interesse an der Region. Das muslimische Turkvolk der Uiguren, die zu ca. 60% chinesisches Territorium besiedeln, wird in China als politisch und kulturell separatistisch und rebellisch angesehen. Schon seit Jahren ist diese Region wegen Terroranschlägen und Aktivitäten von Unabhängigkeitsbewegungen auf dem Regierungsradar. Durch "Zwangssinisierung" und der Ansiedlung von Han-Chinesen soll dieser Entwicklung Einhalt geboten werden, um einen "Wiederaufbau von Frieden und Wohlstand aus der eine normale Regierung hervorgehen wird zu gewährleisten", wie es von Regierungsseite propagiert wird. Das Projekt „neue Seidenstraße“ verschärft die bereits angespannte Lage noch zusätzlich.

Dies alles findet weltweit bislang wenig Beachtung, wirtschaftliche Interessen scheinen wichtiger zu sein als die Berücksichtigung von Menschenrechtsverletzungen. Allerdings ist jetzt im Mai eine öffentliche Anhörung des Menschenrechtsausschusses im Bundestag zu dem Thema „Religionsfreiheit und die menschenrechtliche Lage religiöser Minderheiten in China“ geplant. 

Lena Lachnit

 

 

Schlagworte: Entwicklung, Seidenstraße, Rohstoffe, Rechte, Militär, Menschenrechte, Land, Kultur, Konflikt, Infrastruktur, Intern. Beziehungen, China, Belt and Road Initiative (BRI), Asienhaus, Asien