Logo Stiftung Asienhaus

Aktuelles

Ist China ein neo-imperialistischer Staat? Ein Hongkonger Aktivist bezieht Stellung (2018)

Das imperiale China?

Im vergangenen Februar löste der frühere US-Außenminister Rex Tillerson eine Debatte aus, indem er die lateinamerikanischen Staaten vor einem „neuen Imperialismus“ warnte, welcher von China ausgehe. Darauf reagierte Professor Dic Lo von der „School of Oriental and African Studies“ in Form eines Artikels für die Hongkonger Zeitung Mingpao (明報). Ihm zufolge sei der Handel auf Basis der Seidenstraßen-Strategie keineswegs ein Ausbeutungsverhältnis, sondern geschehe stets zum beidseitigen Vorteil. So habe OBOR weder eine Deindustrialisierung bewirkt, noch die Verhandlungsmacht der Arbeiter untergraben. Damit befindet sich seine Argumentation auf einer Linie mit der offiziellen Sichtweise („win-win“). Ihm widerspricht nun der sozialistische Aktivist Au Loong Yu, welcher auch Mitveranstalter des “People’s Forum on One Belt, One Road (OBOR) and BRICS” war. Seiner Ansicht nach stelle Professor Lo die grundsätzlich falschen Fragen. Unabhängig davon, ob China zum jetzigen Zeitpunkt bereits imperialistisch sei, sei ihr als staatskapitalistische Supermacht eine Neigung zur Unterdrückung schwächerer Staaten immanent. Um diesen Tendenzen entgegenzuwirken, müsse China den Stimmen der Zivilgesellschaft mehr Gehör schenken.

Schlagworte: Belt and Road Initiative (BRI), Wirtschaft, Seidenstraße, China