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China als Kreditgeber von Staaten im Globalen Süden (2019)

Die Volksrepublik China zählt zu den bedeutendsten bilateralen Kreditgebern einer großen Zahl von Entwicklungs- und Schwellenländern. Nach den Ankündigungen großer Infrastrukturinvestitionen im Rahmen der „Neuen Seidenstraße“ wird sich ihre Gläubigerposition noch verfestigen. Trotz der wichtigen Rolle in der globalen Finanzarchitektur ist über die Kreditvergabe Chinas nicht viel bekannt. Während China versucht, sich rhetorisch von den Kreditvergaben kapitalistischer Großmächte abzugrenzen, werfen westliche Entwicklungspolitiker*innen und Investoren dem Land eine unkooperative Politik und "Schuldenfallendiplomatie" vor.

Das China-Programm der Stiftung Asienhaus organisierte am 27. November 2019 zusammen mit erlassjahr.de, urgewald, Brot für die Welt und dem Netzwerk Afrika Deutschland eine Fachtagung in Berlin, um das chinesische Engagement in der Kreditvergabe an Staaten im Globalen Süden zu analysieren.

Den Auftakt bildeten eine Vorstellung der Studie "China's Overseas Lending" durch Malina Stutz, eine philippinische Perspektive auf Chinas Kredite von Rodolfo Lahoy, eine Bestandsaufnahme von chinesischen Entschuldungsmaßnahmen durch Kristina Rehbein und eine Präsentation zur chinesischen Rohstoffbesicherungspraxis durch Deborah Brautigam.

In vertiefenden Gesprächsgruppen lieferten Abdul Khaliq vom Institute for Social & Environmental Justice Pakistan, Wawa Wang von VedvarendeEnergi, Hasan Mehedi von der Bangladesh Working Group on External Debt, Oyungerel Chogdon von der Friedrich-Ebert-Stiftung Mongolei und Trevor Simumba, Autor der Studie "He Who Pays the Piper: Zambia's Growing China Debt Crisis", unterschiedliche Länderperspektiven auf den Vorwurf der "Schuldenfallendiplomatie" seitens Chinas, Policy Banks und der Besicherung von chinesischen Krediten sowie den Zusammenhang zwischen Infrastrukturinvestitionen und chinesischen Rohstoffinteressen.

Eine Podiumsdiskussion mit dem Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen Wolfgang Schmidt, der Sinologin Marina Rudyak, Wawa Wang und Trevor Simumba brachte die Fachtagung zum Abschluss.