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Textilbündnis Deutschland-China droht zu scheitern (2015)

Vor ziemlich genau vor einem Jahr, am 23. und 24. Oktober,  reiste unser Entwicklungsminister Müller zu Gesprächen nach China. Er traf seinen chinesischen Amtskollegen, Handelsminister Gao Hucheng. Die beiden Ressortchefs hatten bei den deutsch-chinesischen Konsultationen in Berlin ein Abkommen unterzeichnet, das eine neue Partnerschaft mit China im Bereich globaler Zukunftsherausforderungen vorsah.

Vorgesehen war eine Kooperation, in der ökologische und soziale Fragen eine größere Rolle spielten. So genannte neue Innovationspartnerschaften beim Klimaschutz, in der Umwelt- und Energietechnik, aber auch in der Ernährungssicherung sollten ausgelotet werden.

Auch das kurz zuvor gegründete Textilbündnis (Partnership for sustainable textiles) sollte mit Textilunternehmern in China diskutiert werden. Dieses Bündnis, indem Unternehmer, Politiker und NGOs Mitglieder sind, sieht vor,  höhere Sozial- und Umweltstandards in der Textilbranche durchzusetzen sowie faire Handelsbedingungen im Bereich des Textilhandels. China ist der weltweit größte Produzent von Textilwaren. Zu den Gründungsmitgliedern des Bündnisses gehören   die Christliche Initiative Romero,  SÜDWIND, Femnet e.V. und    INKOTA-netzwerk e.V.

Seither hat es Bundesminister Müller  zwar geschafft, 155 Unternehmen und NGOs als Mitglieder zu gewinnen. Der Preis für den Beitritt von Unternehmen war jedoch auch die Aufweichung der Standards, was dazu führen könnte, dass nächstes Jahr einige NGOs aus diesem Bündnis wieder austreten. Auf jeden Fall braucht es, so Bernd Hinzmann von Inkota, sobald wie möglich konkrete Maßnahmen, um das Bündnis glaubwürdig werden zu lassen.