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12.10.2011 | Die Presse (Österreich)
Wie China und Europa mit Wanderarbeitern umgehen

In Europa geht der Strom Arbeitssuchender von Ost nach West, in China vom Landesinneren zur Küste. Chinesen und Europäer haben überraschenderweise ähnliche Probleme.

Peking/Lie. Wie werden Staaten damit fertig, wenn große Zahlen von Arbeitern ihre Heimatorte verlassen, um anderswo ihr Glück zu suchen? Chinesen und Europäer haben überraschenderweise ähnliche Probleme, wie bei einer zweitägigen chinesisch-österreichischen Konferenz in der Pekinger Fremdsprachen-Hochschule deutlich wurde.

Während es in Europa vor allem Bürger aus dem Osten in die reicheren Industrieländer wie Österreich und Deutschland zieht, drängen in China Wanderarbeiter aus dem Landesinnern in die Industrieregionen der Küstenprovinzen und am Yangtse. Die Dimensionen allerdings unterscheiden sich erheblich: So erinnerte sich die slowenische Botschafterin in China, Maria Adanja, an die großen Sorgen, die sich die Nachbarn vor dem Beitritt ihres Landes zur EU 2004 gemacht hatten: Man fürchtete sich etwa in Österreich vor 30.000 arbeitssuchenden Slowenen, die den Einheimischen die Jobs wegnähmen: „Aber es stellte sich heraus, dass so viele Slowenen gar nicht aus ihrer Heimat wegwollten“, berichtete Adanja.

In China haben in den vergangenen zehn Jahren rund 70 Mio. Menschen ihre Heimatorte verlassen. Bis 2020 dürften noch einmal hundert Millionen Wanderarbeiter dazukommen, die anderswo eine Stelle brauchen und in der Fremde integriert werden müssen. Zwar hat China ihnen einen großen Teil seines Wirtschaftswachstums zu verdanken – doch wie in Europa sind die Zuwanderer nicht beliebt.


Bürger zweiter Klasse

So behandeln Städte wie Peking Wanderarbeiter als Bürger zweiter Klasse, die weniger Anrecht auf Sozialversicherung oder etwa Schulplätze für die Kinder haben.

Anlass der Konferenz war die Publikation des Buches „EU-Erweiterung“ in chinesischer Sprache. Die österreichischen Autoren, Martin Sajdik (derzeit Botschafter in Peking, bald Wiens Vertreter bei der UNO in New York) und Michael Schwarzinger (Botschafter in Bukarest) stellen darin Geschichte und Hintergründe der EU vor.





 
 
Quelle: "Die Presse", Print-Ausgabe, 12.10.2011, online 11.10.2011
 
Link: diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/700241/Wie-China-und-Europa-mit-Wanderarbeitern-umgehen?_vl_backlink=/home/politik/index.do
"Wie China und Europa mit Wanderarbeitern umgehen


Schlagworte
 
Thema: Arbeit, Gesellschaft, Migration, Politik
Region: China und Europa
Sprache: deutsch




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THEMA
Arbeit, Gesellschaft, Migration, Politik

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Europa

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ERSCHEINUNGSJAHR
12.10.2011

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Die Presse (Österreich)